Kurt Lüscher
Professor für Soziologie an der Universität Konstanz. Emeritiert seit 2000.
 

Übersicht – Themen

Zurzeit stehen für mich zwei Themenfelder im Vordergrund
- Analysen zur theoretischen, empirischen, wissenssoziologischen Tragweite des Konzepts der Ambivalenz
- Arbeiten zur Generationentheorie und Generationenpolitik


Ambivalenz interdisziplinär

Im Zentrum meiner Arbeiten steht das Erkunden der theoretischen, methodologischen und praktischen Tragweite eines elaborierten Konzepts der Ambivalenz in verschiedenen Lebensbereichen. Dazu liegen Veröffentlichungen in den Feldern Generationenbeziehungen, musikalisches Improvisieren, Familienanalyse und Familientherapie sowie – neu – Gerontologie vor. In Vorbereitung ist ein Vademekum „Ambivalenz und Sozialisation“ sowie ein literaturwissenschaftlicher Text zu Robert Walser.

 Ausgewählte Publikationen

 Laufende Arbeiten


Generationenanalyse und Generationenpolitik

Kennzeichen meines Ansatzes sind folgende Prämissen:
- Generationenzugehörigkeiten verweisen auf die Zuschreibung individueller und kollektiver Identitäten.
- Die Gestaltung von Generationenbeziehungen erfordern den Umgang mit Differenzen in Spannungsfeldern wie Autonomie und Dependenz, Innovation vs. Reproduktion.
- Unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen entwickelt sich ein neues Verständnis von Generativität, nämlich als die menschliche Fähigkeit, individuell und kollektiv um das gegenseitige Angewiesensein der Generationen zu wissen und dies im eigenen Handeln bedenken zu können sowie zu sollen.
- Diese Einsicht verweist auf die Notwendigkeit des „Dialogs zwischen den Generationen“ und einer Generationenpolitik.

Das internationale Netzwerk „Generationes“ entfaltet diese Prämissen in einem Compendium „Generationen, Generationenbeziehungen, Generationenpolitik“. Es liegt zur Zeit in sieben Sprachen vor; weitere Versionen sind in Arbeit. Über den aktuellen Stand informiert folgende „Website“:
www.generationen-compendium.de

 Ausgewählte Publikationen

 Laufende Arbeiten


Weitere Arbeitsfelder

Soziologie der Familie und der Familienpolitik – Familie und Recht

Familie hat an Selbstverständlichkeit eingebüßt. Die Prozesse ihrer Institutionalisierung sind prekär. Die verlängerte gemeinsame Lebensspanne der Generationen schafft neue Herausforderungen. Es besteht eine große Mannigfaltigkeit der Formen und der Praxen. Eine "Familienrhetorik", die einseitig idealisiert oder dekonstruiert, ist irreführend. Familien beinhalten die Chance der Erfahrung verlässlicher Beziehungen zwischen Generationen und Geschlechtern. Die dabei zu erbringenden Leistungen anzuerkennen und dafür förderliche Bedingungen zu schaffen, bietet sich als Zielsetzung einer zeitgemäßen Familienpolitik an. Hierbei ist das Recht von großer Tragweite.

 Ausgewählte Publikationen


Kind – Kindheit – Kinder- und Jugendpolitik

Der Umgang mit der Erfahrung fundamentaler Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen Kindern und Erwachsenen unterschiedlicher Generationen erfordert die Organisation von "Ökologien menschlicher Entwicklung“. Ich plädiere dafür, die UN-Kinderrechtskonvention als Charta zu verstehen, wie die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen - im Generationenverbund - partizipativ und nachhaltig organisiert und institutionalisiert werden können.

 Ausgewählte Publikationen


Erziehung – Bildung – Sozialisation

Ich gehe davon aus, dass die Sozialisationstheorie und –forschung, allgemein umschrieben, um die Frage kreist: Wie lernen wir, als Mensch unter Menschen, eigenständig, gemeinschaftsfähig und aktiv teilnehmend zu leben. Dazu gehört der Umgang mit den Erfahrungen, die wir im Alltag als ‚ambivalent’ kennzeichnen.
Als prototypisch für Sozialisation lässt sich das Gestalten von Generationenbeziehungen in Familie und Gesellschaft verstehen, denn
- in Generationenbeziehungen lernt Jung von Alt und Alt lernt von Jung in der Gestaltung alltäglicher Aufgaben.
- Beide lernen voneinander, miteinander und übereinander.
- Beide setzen sich zustimmend, ablehnend, kritisch und unter Umständen innovativ mit dem überkommenen Erbe auseinander.
Diese Perspektive der Sozialisationsforschung wird in einem kleinen Vademekum dargestellt, veröffentlicht im Themenheft „Ambivalenz und Sozialisation“, Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation (ZSE) 2/2016.

 Ausgewählte Publikationen


Medien – Medienwirkungen – Medienethik

Medien wirken durch ihre Inhalte, durch ihre Technologien, ihre Organisation und ihre Kommerzialisierung, in Abhängigkeit von den sozialen Kontexten ihrer Nutzung. Um diese Zusammenhänge und ihre ethischen Implikationen systematisch zu erfassen, bietet sich das Konzept der Medienökologie an. Es liegt als allgemeine Orientierung meiner Arbeiten in diesem Feld zugrunde.

 Ausgewählte Publikationen


Allgemeine Soziologie, Wissens- und Kultursoziologie

Meine Arbeiten zu den genannten Themen stehen, da es um fundamentale Prozesse der gesellschaftlichen Institutionalisierung und Ambivalenz als Bedingung der Konstitution von Identität und Subjektivität geht, stets im Kontext einer allgemeinen Soziologie des Wissens. Zwei Aspekte sind in spezifischen Publikationen bearbeitet worden: Unter Bezugnahme auf R. K. Merton die Analyse von Zeit und im Anschluss an G. H. Mead jene der Perspektivik sozialen Handelns. In diesem Zusammenhang stehen auch interdisziplinäre Überlegungen zu Kunst und Musik, insbesondere der Analyse des Improvisierens.

 Ausgewählte Publikationen


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» Neueste Publikationen

Artikel

Lüscher, K./Haller, M. (2016): Ambivalenz in der Gerontologie.

Lüscher, K. (2016): Die Unergründlichkeit von Familie.als PDF Dokument

Lüscher, K./Liegle, Ludwig (2015): Generative Sozialisation.als PDF Dokument

Lüscher, K (2015): Ambivalenz. Robert Walser - Handbuch.

Lüscher, K. et al. (2014/2015): Generationen. Ein mehrsprachiges Kompendium.als PDF Dokument

Lüscher, K. (2014): Richard F. Behrendt. als PDF Dokument

Lüscher, K. (2014): "Generationenprojekte - Generationendialoge" als Bildung. als PDF Dokument

Lüscher, K./ Fischer, H.R. (2014): Ambivalenzen bedenken und nutzen.

Lüscher, K. (2013): Das Ambivalente erkunden. als PDF Dokument

Lüscher, K. (2013): Intergenerational policy. als PDF Dokument

Lüscher, K./ Hoff, A. (2013): Intergenerational ambivalence. als PDF Dokument

Lüscher, K. (2012): Familie heute. als PDF Dokument

Lüscher, K. (2012): Musikalisches Improvisieren. als PDF Dokument

Lüscher, K. (2012): homines ambivalentes. als PDF Dokument

Lüscher, K. (2011): Improvisation: Spiel mit Ambivalenzen. als PDF Dokument

Lüscher, K. (2011): Ambivalenz weiterschreiben. als PDF Dokument

Lüscher, K. (2011): Ambivalence: A “Sensitizing Construct”. als PDF Dokument

Widmer, É./ Lüscher, K. (2011): Les relations intergénérationelles. als PDF Dokument

Lüscher, K. (2010): "Homo ambivalens". als PDF Dokument

Lüscher, K. (2010): Generationenpolitik. als PDF Dokument

Krappmann, L./ Lüscher, K. (2009): Kinderrechte. als PDF Dokument

Bücher

Lüscher, K. et al. (2014/2015): Generationen, Generationenbeziehungen, Generationenpolitik. Ein mehrsprachiges Kompendium.

Dietrich, W./ Lüscher, K./ Müller, Ch. (2009): Ambivalenzen erkennen, aushalten, gestalten.

Lüscher, K./Liegle, L. (2003): Generationenbeziehungen in Familie und Gesellschaft.

 Weitere Veröffentlichungen unter "Publikationen"
 


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