Im Anschluss an einen Aufenthalt in den USA ergab sich aus der Beschäftigung mit der Sozialisation Erwachsener eine enge fachliche und persönliche Zusammenarbeit mit dem Entwicklungspsychologen Urie Bronfenbrenner im Rahmen seiner «Ökologie menschlicher Entwicklung»
. Diese Sichtweise wurde zu einem ersten Schwerpunkt meiner Tätigkeit an der Universität Konstanz (
4.7,
4.22,
4.42,
5.5, 5.67). Daraus leiteten sich in der Folge weitere Themen ab:
Mein Verständnis von Sozialisation habe ich zusammen mit anderen wiederholt vertieft, so zusammen mit Ludwig Liegle mittels der Konzepte des «Generationenlernens» (Zf. 1.18) und der «Generativen Sozialisation» (
4.82,
4.95), ferner in einem Vademekum «Sozialisation und Ambivalenzen » (Zf. 5.86).
Die Quintessenz fasst folgende
Definition zusammen: Der Begriff der Sozialisation bezeichnet die Prozesse und Strukturen, in denen Menschen lernen, im Zusammenleben mit anderen zu fühlen, zu denken, zu handeln, zugleich Vorstellungen zu entwickeln, wer sie selbst sind oder sein könnten sowie Fähigkeiten erwerben, um mit Widersprüchen, Differenzen und Ambivalenzerfahrungen umzugehen. – Sozialisation wird so einerseits unter der Perspektive individueller Erfahrungen, andererseits unter der Perspektive ihrer sozialen und institutionellen Organisation sowie der sich daraus ergebenden Spannungsfeldern analysiert (
5.89). – Meine besondere Aufmerksamkeit galt durchgängig der konzeptuellen Entwicklung einer sozialökologischen, wissenssoziologisch fundierten Sozialisationsforschung (Zf. 2.9,
4.36, Zf. 4.80,
5.27). Dazu gehörte auch die Beschäftigung mit einer Soziologie der Zeit (
5.8) sowie der Theorie sozialer Perspektiven von G.H. Mead (
5.37).